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von Rudolf am 28 Jul. 2009 23:19
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Alles hat zwei Seiten. Verkauft wurde uns nur die S-Bahn. Ganz nebenbei wird die Buslinie mit sieben Haltestellen in Magstadt gestrichen. Es soll zwar einen Ortsbus geben, das möchte ich aber erst sehen und den Gesamt-Fahrpreis kennen. Fest steht, wir bekommen eine S-Bahn mit nur einem Haltepunkt. In Renningen wird die S-Bahn dann noch "geflügelt" und "gekuppelt", was die Fahrzeit dann um 15 Minuten verlängert.
In der Stuttgarter Zeitung von heute fand ich den nachstehenden Leserbrief aus Leonberg. Die dort erwähnte Bahnlinie läuft auch an Magstadt vorbei. Die gleichen Probleme werden in ähnlicher Weise auch hier auftreten, zumal Magstadt nur eine Sparausführung bekommt, was teilweise den Umfang der Lärmschutzwände und die Anzahl der Haltepunkte betrifft. Außerdem wird der Güterverkehr auf der Schiene zunehmen.
Hier der Leserbrief:
Güterzüge bringen künftig viel mehr Krach ins Neckartal
Zum Thema Güterverkehr auf der Schiene Endlich mal mit Esslingen ein Landkreis im Raum Stuttgart, der sich vorausschauend für seine Bürger einsetzt und sich nicht von der Bahn über den Tisch ziehen lässt. So sinnvoll der Bau der Schnellfahrtstrecke nach Ulm auch ist, so sicher wird er für viele Bürger auch unangenehme Nebenwirkungen haben. Eine dieser Wirkungen ist, dass auf den bestehenden Strecken durch den Wegfall des Personenfernverkehrs Kapazitäten für den Güterverkehr frei werden und somit die Lärmbelastung der vielen Anwohner im Neckartal erheblich steigen wird. Wer‘s nicht glaubt, gehe in das Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz. Die Bürger dort können ein Lied davon singen, wie die Belastung nach der Eröffnung der Schnellfahrtstrecke Frankfurt-Köln zugenommen hat. Es ist gut, dass der Landkreis Esslingen der Bahn gegenüber bewusst "böswillig" ist, den Versprechungen der Bahn misstraut und Lärmschutz nicht nur für die neue, sondern auch für die bestehende Strecke fordert. Ein solches Verhalten hätte ich mir auch im Landkreis Böblingen gewünscht. Hier hat man sich von der Bahn bei der Planung der S 60 regelrecht einlullen lassen. Man hat nur auf den Vorteil einer neuen S-Bahn-Linie geschaut und die damit verbundenen gravierenden Nebenwirkungen nicht einmal im Ansatz gesehen. Abgesehen davon, dass das Projekt bereits heute ein finanzielles und planerisches Desaster ist, hat man ignoriert, dass die Strecke vor allem dem wachsenden Güterverkehr in Richtung Schweiz und dem künftigen Gotthard-Basis-Tunnel dienen wird. Und es gibt auch - wie im Landkreis Esslingen - eine Nebenwirkung von Stuttgart 21: Die frühere Güterzugstrecke über Stuttgart-West nach Vaihingen soll im Zuge von Stuttgart 21 stillgelegt werden. Damit ist klar: der Güterzugverkehr in Richtung Schweiz kann diese Strecke nicht mehr benutzen und wird somit künftig ausschließlich über Leonberg laufen. Die Esslinger sind hier schlauer als die Böblinger: Sie verlangen nun im Rahmen der Planfeststellung ihres Teils von Stuttgart 21 einen Lärmschutz an der bestehenden Strecke. Das hätten unsere Kreis-Verantwortlichen für unsere bestehende Strecke auch tun sollen. Leider ist dies nicht geschehen. Die Folgen müssen wir Anwohner nun tragen. Ewald Thoma, Leonberg
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